Photopresse
Nachrichtenmagazin
der Fotobranche
Ausgabe Nr. 47 / 2004

 

Die Stille ist die Zeit

 

Herausgegeben von Erik Boehlke im Auftrag von GIB e.V., edition GIB, Berlin 2004, 128 Seiten im Format 24 x 28 cm, 198 Schwarz-Weiß-Fotos, ISBN 3-00-014553-2, Preis 22,00 Euro. Der Berliner Fotograf Günter Bersch hat schon oft mit ausdrucksstarken Porträts auf sich aufmerksam gemacht. Sein aktuelles Buch „Die Stille ist die Zeit“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Verein  Gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderung e.V. (GIB). Berschs Protagonisten sind Menschen mit Intelligenzminderung und in den meisten Fällen ohne Sprachentwicklung. Mit seinen Bildern will der Fotograf diesen Menschen zeigen, wer sie sind. Gleichzeitig wollte Bersch erreichen, dass die Behinderten in den Bildern von sich selbst erzählen und so ihre Stellung in unserer Gesellschaft zum Ausdruck bringen. Der Versuch, die Welt von Behinderten in Bildern zu vermitteln ist nicht neu. Güpnter Bersch ließ sich für seine Fotografien Zeit, übte sich in Zurückhaltung, beobachtete die Behinderten in ihren verschiedenen Wohn- und Arbeitsstätten, lernte, in ihren Gesichtern zu lesen.
Im Ergebnis entstanden interessante, einfühlsame Aufnahmen aud der Lebenssiruation der von GIB betreuten Menschen, Berschs Fotos werden zum Teil durch Angaben aus den Biografien und durch die medizinischen Diagnosen seiner Protagonisten ergänzt. Das Buch wird durch die verbale Darstellung der Befindlichkeiten einer Mutter und ihres behinderten Sohnes, die Darstellung einiger Dienststunden einer GIB-Mitarbeiterin, weitere literarische Texte und Gedichte abgerundet. Sehr gut gelungen ist auch die drucktechnische Umsetzung von Günter Berschs Schwarz-Weiß-Fotografien mit dem MProfiPlex-Verfahren.