Leipziger Dienstleister Medien Profis GmbH entwickelte neues Verfahren
Leipzig. Gedruckt wird bei der Medien Profis GmbH in Leipzig nichts. Aber für guten Druck sind die Dienstleister trotzdem eine gute Adresse. Das Leistungvermögen des Neun-Mann-Unternehmens ist am besten nachvollziehbar, hält man Endprodukte – zum Beispiel Bildbände mit Schwarzweiß-Fotografien – in der Hand. Die Reproduktionen in diesen Büchern sind so faszinierend realitätsidentisch, dass der Druck quasi zur Konkurrenz für die Fotografie wird. Des Wunders Ursprung ist ein neues Verfahren (MProfiPlex), dass sich Geschäftsführer Steffen Klemm in München schützen ließ. Im Herbst 1999 soll das Verfahren auch für die mehrfarbige Druckwiedergabe von Originalfotos perfekt sein.
Das Unternehmenskapital sind Ideen, Computer, Scanner, Daten, Datenbanken. Aus Manuskripten, Bildvorlagen und Videos, die über Datenträger, über ISDN oder das Internet ins Haus geholt werden, entstehen medienneutrale – also überall verwendbare – Datenarchive, die jederzeit für jeden Wunsch des Kunden aktiviert werden können. Kein Auto transportiert die Produkte der Medien Profis GmbH, sondern elektronische Netze verbinden das kleine wendige Unternehmen mit Verlagen, Medienanstalten, Papierfabriken, Druckereien oder Bindereien.
Der Kunde, der bei den „Datenzauberern“ in der Leipziger Kreuzstraße anklopft, kann sicher sein, dass sein Auftrag bei den dafür geeignetsten Firmen irgendwo in Leipzig, in Sachsen oder anderswo in Deutschland erledigt wird. „Wir sind sehr stark in Süddeutschland tätig“, erklärt Klemm, der im Bundesverband der deutschen Druckindustrie für den Bereich Reproduktion zuständig ist. In den alten Ländern sei der Markt für die nicht ganz billigen Produkte des Unternehmens günstiger als in Ostdeutschland.
Die Service-Firma hat aber noch mehr auf der Pfanne. So bietet sie zum Beispiel Museen, Ämtern und Institutionen eine sogenannte Verwaltungs- und Publikationskonzeption an. Über eine entsprechende Datenbank, die entweder beim Kunden oder auch bei der Medien Profis GmbH eingerichtet ist, können sämtliche statistisch interessante Informationen erfasst und betreut sowie auf ihrer Grundlage wissenschaftlich gearbeitet oder Informationen gesendet, gedruckt oder über Internet verbreitet werden.
Das 1990 mit etwas anderem Namen und drei Beschäftigten sowie einem Westpartner gegründete Unternehmen ist seit 1999 rein ostdeutsch. Steffen Klemm und seine Frau sind Gesellschafter der Firma, die seit 1994 schwarze Zahlen schreibt. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei reichlich einer Million DM.
Zu den größten Kunden in den neuen Ländern zählen der Verlag der Kunst in Dresden, aber auch der Klett Verlag in Leipzig. „Wir machen Fachzeitschriften von der Bundeswehr bis hin zum medizinischen Bereich“, zählt Klemm auf. „Natürlich sorgen Umbruchprogramme dafür, dass der Mann am Bildschirm sich weniger mit Routinearbeiten beschäftigen muss, sondern seine Aufmerksamkeit auf typographische Feinheiten konzentrieren kann.“
Für das unternehmerische Know-how des jungen Unternehmers verschaffen sich Klemm und seine Mitarbeiter kontinuierlich Wissen von der Handelshochschule und HTWK.
www.medienprofis-leipzig.de